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Saturday, September 24, 2022

Abnehmen mit Sport: Studie räumt mit verbreitetem Mythos auf

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Um abzunehmen, gibt es viele Möglichkeiten: Diäten, Sport treiben oder Fasten. Doch Sport alleine bringt nicht das, was viele denken.

Frankfurt – Fasten, Lowcarb, Highcarb, Lowfett: Heutzutage kursieren zahlreiche Empfehlungen, wie man wohl am effektivsten abnehmen kann. Immer wieder wird auch die Möglichkeit genannt, mithilfe bestimmter Lebensmittel die Fettverbrennung anzukurbeln. Unabhängig von der Ernährung gilt es gemeinhin als anerkannt, dass Sport schlank macht. Doch diese Annahme ist laut einem Forschenden ein Mythos.

In seinem Buch „Burn: New Research Blows the Lid Off – How We Really Burn Calories, Lose Weight, and Stay Healthy“ bestreitet der Anthropologe Herman Pontzer, dass mehr Bewegung zu einem höheren Kalorienverbrauch und damit größerem Gewichtsverlust führe. Laut den Forschungsergebnissen von Pontzer, der als Experte für den menschlichen Stoffwechsel gilt, stimmt es nicht, dass Menschen, die sich viel bewegen, mehr Energie benötigen als solche, die den ganzen Tag nur herumsitzen, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Diese Erkenntnisse stoßen einigen seiner Kolleg:innen offenbar sauer auf. Der Sportphysiologe John Thyfault von der University of Kansas Medical Center hat beispielsweise Bedenken, dass diese Erkenntnis Diätwillige auf schlechte Ideen bringen könnte. Andere finden seine Arbeit hervorragend. So auch die Paläoanthropologin Leslie Aiello, die seine Arbeit als „revolutionär“ bezeichnet.

Abnehmen mit Sport – Studie widerlegt verbreiteten Mythos

Bei näherer Betrachtung der Forschungsergebnisse von Pontzer wird deutlich, welche Logik seinen Erkenntnissen zugrunde liegt: Beim Sporttreiben verbrennt man Energie. Das lässt vermuten, dass der Körper daraufhin mehr Energie am Tag benötigt. Diese Annahme ist laut dem Stoffwechsel-Experten jedoch falsch. In verschiedenen Untersuchungen stellte Pontzer fest, dass die Energie im Körper nur anders verteilt wird.

Ein Beispiel: Pontzer reiste 2010 nach Tansania, um den Energiehaushalt des Volkes der Hadza zu untersuchen. Bei diesem Volk handelt es sich um Jäger:innen und Sammler:innen und ist dementsprechend aktiv, wie Deutschlandfunk berichtet. Die Frauen laufen täglich etwa acht Kilometer, die Männer etwa 14. Das sind mehr Kilometer als Menschen aus den USA durchschnittlich am Tag zurücklegen, ergänzt die SZ. Das Volk der Hadza stimmten Pontzer Anfrage zu. Mithilfe von doppelt markiertem Wasser bestimmte er den CO2-Ausstoß und somit auch den Kalorienverbrauch bei einer Aktivität. Die Ergebnisse überraschten viele Kolleginnen und Kollegen.

Studie: Sport führt nicht zum Abnehmen – Energieverbrauch wird nur anders verteilt

„Einzelne Hadza haben mal mehr und mal weniger aktive Tage und manche verbrauchten zehn Prozent mehr oder weniger Kalorien als der Durchschnitt. Insgesamt aber verbrennen Hadza-Männer und -Frauen die gleiche Menge an Energie pro Tag wie Männer und Frauen in den Vereinigten Staaten sowie in Europa, Russland und Japan“, berichtete er 2012 in der Online-Fachzeitschrift Plos One.

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